Spielsucht bei Kindern

Spielsucht bei Kindern beginnt, wie jede andere AbhÀngigkeit, schleichend. In diesem Artikel beschreibe ich Ihnen ein paar Symptome, die auf eine Spielsucht hindeuten könnten und welche Faktoren einen Einfluss haben, ob eine Sucht entsteht. Sie finden in diesem Artikel auch einige qualitative und seriöse Links zu Beratungsstellen.

Erfahren Sie im Artikel:

Das Bild zeigt symbolhaft einen PC und ein Tablet.

Ab wann gilt mein Kind als spielsĂŒchtig?

Als ‘spielsĂŒchtig’ kann man ein Kind dann bezeichnen, wenn das Computerspiel das Leben Ihres Kindes und das Ihrer Familie beherrscht. Es gibt unterschiedliche Schweregrade einer Spielsucht und Symptomatiken einer Computerspielsucht.

Anzeichen und Symptome einer möglichen Online Spielsucht bei Kindern:

  • Wenn das Kind keine Freunde mehr trifft oder nur ‘Freundschaften’ in der virtuellen Welt unterhĂ€lt. – das kann schleichend passieren.
  • Wenn kein Schulbesuch mehr möglich ist, weil die virtuelle Welt wichtiger zu sein scheint, als die RealitĂ€t – ein schwerer Grad der AbhĂ€ngigkeit
  • Wenn das Kind sich aus dem familiĂ€ren Alltag zurĂŒckzieht. Dem Essen nicht mehr beiwohnt oder bei den gemeinsamen AktivitĂ€ten nicht mehr mitmacht.
  • Wenn depressive Verstimmungen und Reizbarkeit immer hĂ€ufiger auftreten – das kann aber auch andere Ursachen haben.

Hier ist einen Artikel der Caritas, die Hilfe bei allen Formen der Suchberatung anbieten.

Das Bild zeigt einen traurigen Smiley.

Die Playbooks von History Voices sind kindgerechte Lern-Apps.

Was ist Sucht?

Unter Sucht versteht man die AbhĂ€ngigkeit von einer Substanz oder einem Verhalten. Es ist egal, ob als Erwachsener oder als Kind, jeder kann abhĂ€ngig werden. Warum ist das so? Weil unser Gehirn ĂŒber ein Belohnungszentrum verfĂŒgt, dass bei einer AbhĂ€ngigkeit irgendwann mal so stark ‘angezapft’ wurde, das es nach weiteren Belohnungen oder Kicks verlangt. Lesen Sie mehr in unserem Artikel Belohnungssystem Kinder.

Beispielsweise wurden frĂŒher Soldaten mit Morphium behandelt, wenn Sie starke Verwundungen hatten, ihnen das Bein oder ein Arm abgenommen worden war. Morphium ist so ein starkes BetĂ€ubungsmittel, dass sehr schnell in die AbhĂ€ngigkeit fĂŒhrt. Wenn die Gabe an Morphium zu lange dauert oder unkontrolliert stattfindet, dann gewöhnt sich das Gehirn an die Menge des Stoffs und viel mehr – und so beginnt ein Teufelskreis. Dieser Teufelskreis kann mit jedem Schmerzmittel, Droge, Alkohol oder auch Computerspiele beginnen, weil die AbhĂ€ngigkeit im Belohnungssystem beginnt.

Hat mein Kind deshalb einen schwachen Charakter oder habe ich etwas falsch gemacht?

Nein, Ihr Kind hat keinen schwachen Charakter, nein, Sie haben nichts falsch gemacht.

Die Wissenschaft ist noch am forschen, ob es evtl. genetische Veranlagungen bezĂŒglich eines Suchtverhaltens gibt. Was bis jetzt erforscht ist, dass Eltern ihren Kindern gewisse Veranlagungen (Dispositionen) fĂŒr eine AbhĂ€ngigkeit vererben können. Man schĂ€tzt die HĂ€ufigkeit auf 50 bis 60 Prozent. Das heißt, es gibt Gene, die fĂŒr gewisse Substanzen/Reize sensibel sind.

Beispiele fĂŒr suchtrelevante Gene

  • Dopamin-D2-Rezeptor (Amphetamin-AbhĂ€ngigkeit)
  • GABA-­Rezeptoren (sedierende Wirkung des Alkohols)
  • Die Alkohol-Dehydrogenase (Alkohol-Nebenwirkungen)
  • Nnicotinische Acetylcholinrezeptoren (Raucher)  (vgl. Pues, 2012)

Jetzt die gute Nachricht. Der liebe Gott gab uns den freien Willen, wir sind nicht nur die Summe unserer Gene. Deshalb wĂ€re es zu einfach, nur die Gene fĂŒr eine AbhĂ€ngigkeit verantwortlich zu machen. Der Mensch verfĂŒgt ĂŒber einen freien Willen und ĂŒber eine Erziehung, Erfahrungen und Vorbilder, die ihn geprĂ€gt haben. Diese ganzen Faktoren spielen eine Rolle, ob jemand sĂŒchtig wird.

Sie sehen, das Thema ‘AbhĂ€ngigkeit’ ist sehr komplex und bietet leider keine sicheren Lösungen, wie Regeln der Mathematik. Es ist eben nicht alles schwarze oder weiß. Auch in einer ‘normalen’ liebevollen Familie kann es zur Spielsucht bei Kindern kommen. Der Anfang der AbhĂ€ngigkeit beginnt immer schleichend, das ist gewiss. Digitale Medien deshalb zu verteufeln ist auch nicht die Lösung, denn unser gesamter Alltag ist mittlerweile davon abhĂ€ngig. Es ist wie mit dem Alkohol oder den Zigaretten. Was wird dem Kind vorgelebt? Wird auch mal ĂŒber die Gefahr der AbhĂ€ngigkeit gesprochen?Auch jĂŒngere Kinder im Alter von 9 Jahren verstehen, wenn man Ihnen erklĂ€rt, dass die Menge das Gift macht, nicht die Substanz oder das Ding an sich.

Sie könnten sagen: ‘Dein Computerspiel ist wirklich faszinierend, aber vergiss nicht, dass das echte Leben da draußen stattfindet. Deshalb möchte ich nicht, das du zu viel Zeit damit verbringst. Ich will es dir nicht verbieten, aber lass uns schauen, zu welchen Zeiten du das spielst und welche Zeiten du nutzt, um andere Dinge im echten Leben zu machen. Mir ist wichtig, dass du mehr Zeit mit echten Freunden, deinem Hobby oder mit uns verbringst als mit diesem Game.”

Die Lern-App fĂŒr Geschichte ist kindgerecht & didaktisch aufbereitet.

Was soll ich tun, wenn mein Kind SpielsĂŒchtig ist?

Wenn Sie Anzeichen einer Spielsucht erkennen, dann heißt es handeln. Je nachdem, wie abhĂ€ngig das Kind schon ist, wird es ein langer Weg werden. Das wichtigste ist, dass der erste Schritte zur Heilung die Einsicht ist. Es ist keine Schande, wenn die Sucht die Familie beherrscht. Aber, Sie haben die Macht, jeden Tag neu anzufangen! Die Sucht kommt nicht ĂŒber Nacht, sondern sie kommt immer schleichend – auf leisen Sohlen.

Bei diesen Institutionen können Sie sich ein erstes BeratungsgesprÀch holen.

Therapie und Hilfe

Dieser Artikel kann keine Suchtberatung bei Spielsucht ersetzen. Es ist auch sinnlos, in dieser Lage von verpassten Erziehungsmaßnahmen oder verpassten Vorbildern zu erzĂ€hlen, denn es geht nicht um die Schuldfrage, sondern darum, dass man sein Leben wieder in den Griff bekommen will.

Warum ist die Therapie wichtig?

In einer Therapie beginnen allen Beteiligten zu verstehen, warum es zur Sucht gekommen ist. Auch die Geschwister und die Eltern sind therapiebedĂŒrftig, wenn die Sucht die Familie im Griff hatte. Was man im allgemeinen Sagen kann, ist, dass ein stabiles familiĂ€res Umfeld, soziale Kontakte (Freunde, Sportverein, Musikverein, Jugendfeuerwehr etc.) und ein Vorleben der Eltern in Hinblick auf den Medienkonsum, der Sucht nicht so schnell eine AngriffsflĂ€che bieten kann. ÜberprĂŒfen Sie selbst, Ihren Umgang mit dem Handy in Ihrer Freizeit, mit dem Arbeiten am Laptop am spĂ€ten Abend oder zocken Sie selbst gerne an der Spielkonsole. Wie bauen Sie medienfreie Zeiten in Ihren Alltag ein. Zeigen Sie Ihrem Kind, dass das Handy bei einem Ausflug auch wirklich in der Tasche bleibt und nicht jede zwei Minute draufgeschaut wird. Kommunizieren Sie offen, was Ihnen persönliche Kontakte bedeuten und das die virtuelle Welt Regeln hat, die man kennen muss, aber man darf sich nicht von Ihnen abhĂ€ngig machen.

Fazit zur Spielsucht von Kindern

Ich wĂŒnsche Ihnen von Herzen eine Weg aus dieser Krise und den Mut den Kampf gegen die Sucht aufzunehmen.

Über die Autorin

„Mein Name ist Astrid Kronsbein, 44 Jahre, leidenschaftliche PĂ€dagogin, Didaktikerin, TĂ€nzerin, VisiönĂ€rin der History Voices Playbooks sowie Unternehmerin.“

Autorin: Astrid Kronsbein, CEO, History Voices Playbooks

Artikel veröffentlicht am: 25.07.2022

Das Bild zeigt die GeschĂ€ftsfĂŒhrerin Astrid Kronsbein von History Voices
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