Archonten in Athen

Ein Archon in Athen war ein Beamter, der im Hohen Rat mitverantwortlich für die Regierungsgeschäfte war. Die Archonten (Mehrzahl) mussten sich vor ihrem Amtsantritt in den Hohen Rat einer Befragung durch den Areopag (oberstes Gericht) unterziehen. Die „Bewerber“ wurden nach ihrer Herkunft befragt und ob sie ein rechtschaffenes Leben führten: also ob sie gute Bürger, Ehemänner und Söhne waren. Nach der Befragung mussten die Archonten einen Eid ablegen, der besagte, dass sie für die Polis Athen das Beste anstreben würden.

Archon Solon 594 v. Chr.

Was sind Archonten?

Eine Archonten Definition wäre sehr kurz gefasst: ein Archon ist eine Person, die im antiken Athen ein Regierungsamt hatte. Die Aufgaben und die Bedeutung eines Archons wandelte sich auch im Laufe der Zeit.

Um 800 v. Chr. regierte noch ein König die Polis Athen. Seine Macht wurde später auf sogenannte Archonten (hohe Beamte) aufgeteilt. Der Begriff „Archon“ wurde ursprünglich als Bezeichnung für das oberste Staatsamt verwendet. Die Amtszeit der Archonten im Hohen Rat der Stadt Athen betrug bis ca. 682 v. Chr. zehn Jahre. Danach wurde die Amtszeit auf drei Jahre verkürzt.

Ab dem sechsten Jahrhundert konnte man nur einmal im Leben und nur für ein Jahr als Archon in den Rat gewählt werden. Zur Zeit Solons, um 594 v. Chr., war also die einjährige Amtszeit üblich, die nicht verlängert werden dufte.

Nur ein einzige Archon hatte es jemals geschafft zum Staatsoberhaupt wiedergewählt zu werden: SOLON.

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Die Regierungsart war deshalb eine Oligarchie, da die Archonten vor Solons Reformen immer aus der Aristokratie (herrschende Klasse) gewählt wurden. Ein Wahlrecht hatten auch nur die Männer aus der Aristokratie.

Solons Reformen reduzierten die Macht des Hohen Rates, indem er die Männer Athens in vier neue Gehaltsklassen einteilte, einen Rat 400 einführte und ein Volksgericht. Der Hohe Rat und das oberste Gericht blieben aber auch bestehen. Jetzt hatte jeder männliche vollwertige Bürger ein Wahlrecht. Doch das Wahlrecht der verschiedenen Gehaltsklassen war unterschiedlich.

Also der Hohe Rat wurde trotzdem von den Männern der ersten Gehaltsklasse gewählt. Da die meisten Männer der ersten Gehaltsklasse sowieso aus der Aristokratie stammten, war die Einteilung der Volksversammlung zwar ein Schritt in eine demokratischere Herrschaftsstruktur, aber Männer mit Reichtum saßen immer noch im Hohen Rat und anschließend im obersten Gericht auf Lebenszeit. Die zweite bis vierte Gehaltsklasse wählte Männer in den Rat 400 und in das Volksgericht.

Solon bezweckte mit der Einführung des Volksgerichts eine Einflussnahme des Volkes (demos) gegen die Alleinherrschaft der Aristokratie. Männer ab dem 30. Lebensjahr und aus allen vier Gehaltsklassen durften Richter des Volksgerichts werden. Das war nur möglich, weil die Männer für ihr Amt bezahlt wurden. So konnte sich auch ein armer Bauer einen „freien“ Tag bei Gericht leisten. Es war jetzt für jeden Bürger möglich, öffentlich Klage zu erheben. Das Urteil wurde auch öffentlich bekannt gegeben. Die „Richter“ im Volksgericht besaßen aber keinerlei juristische Ausbildung. Es soll auch ein Gesetz gegeben haben, das Faulheit verbot. Schon damals wurden die Pflanzabstände zum Nachbargrundstück geregelt und dass Söhne Unterhalt für ihre Eltern bezahlen mussten.

Solons Reformen waren also ein Schritt in eine demokratische Staatsstruktur, aber noch weit davon entfernt, sich mit einer modernen Demokratie messen zu können. Dennoch sorgten seine Maßnahmen wieder für sozialen Frieden in der Polis bis ca. 30 Jahre danach, der Tyrann Peisistratos und seine Söhne die Macht in Athen an sich rissen. Erst mit dem Archon Kleisthenes 508 v. Christus wurden die Familie des Tyrannen besiegt – und zwar mit Hilfe der Spartaner – und die Reformen von Solon wiederbelebt.

Wie sahen Archonten aus?

Archonten erkennen, das war sicherlich keine Kunst, denn die Polis Athen war ein Stadtstaat, in dem jeder die Persönlichkeiten der Aristokratie kannte. Ein bestimmtes Archonten Aussehen mag es wohl gegeben haben, weil die Männer aus reichem Haus stammten und deshalb bessere Kleidung trugen als der Rest der Bevölkerung. Die historischen Quellen geben darüber nicht so viel Auskunft. Wir wissen, dass die römischen Senatoren tatsächlich ein weißes Gewand mit roter Bordüre trugen und roten Sandalen.

Was sind die Aufgaben von Archonten?

Die neun Archonten regierten die Polis Athen und hatten unterschiedliche Aufgaben. Die ersten drei Archonten nahmen die Funktionen als Staatsoberhaupt, als Feldherr und als religiöses Oberhaupt ein. Die restlichen sechs Archonten waren sogenannte Gerichtsbeamte. Ab 508 v. Chr. wurde der Hohe Rat auf zehn Archonten erweitert.

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Ein roemischer Senator in seinem weissen Gewand mit roter Borduere und roten Sandalen aus Leder

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Über die Autorin

Mein Name ist Astrid Kronsbein, 44 Jahre, leidenschaftliche Pädagogin, Didaktikerin, Tänzerin, Visiönärin der History Voices Playbooks sowie Unternehmerin.“

Autorin: Astrid Kronsbein, CEO von History Voices®
Artikel veröffentlicht am: 22.08.2022

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