Patrizier und Plebejer

Kinderleichte und einfache Zusammenfassung der Plebejer und Patrizier. Wir lassen keine Fragen unbeantwortet:

Das Kolosseum im antiken Rom

Patrizier und Plebejer Merkmale

Ein besonderes Merkmal Roms war, dass sich die Bevölkerung in Patrizier, Plebejer und Sklaven aufteilte. Es gab drei Personengruppen, in die sich Roms Gesellschaft aufteilte:

  1. Familien- und Sippenverbände bildeten die „Kurien„. Die einzelne Sippe hieĂź ,,gens„. Es gab groĂźe, mächtige Kurien, die zum Patriziat gehörten.
  2. Jeder der Patrizier hatte abhängige Leute minderen Rechts, sogenannte Klienten, unter sich. Diese waren meist Pächter, Bedienstete oder Sklaven.
  3. Den Rest der Bevölkerung nannte man Plebejer (plebs= Masse des Volks).

Plebejer waren freie, wehrpflichtige Kleinbauern, Handwerker, Kaufleute oder Händler mit eigenem Grund und Boden, die jedoch nicht die vollen Bürgerrechte wie die Patrizier hatten. Volle Bürgerrechte heißt: Zugang zu politischen Ämtern. Das müsst ihr euch merken, denn schon bald kämpften Patrizier und Plebejer um politische und soziale Gleichberechtigung.

Patrizier

Die Bedeutung Patrizier geht auf die Römer zurück. Rom wurde bis ca. 500 v. Chr. von verschiedenen Königen beherrscht und die Bevölkerung teilte sich in Patrizier (Aristokratie, Herrschaft der Besten) und Volk (Plebejer) auf. Die Patrizier verjagten den letzten König und machten Rom zu einer Republik, die zukünftig durch einen Senat und einen Magistrat regiert wurde. Das Amt des Konsul war dabei das politische Oberhaupt des Magistrats. Das Amt wurde doppelt besetzt. Die Konsuln waren natürlich Patrizier.

Wer waren die Patrizier?

Die ursprünglichen Familien Roms, während der Gründungszeit, müssen sich hauptsächlich aus etruskischen und latinischen Familien zusammengesetzt haben. Die mächtigsten Familien gehörten zum Patriziat (Aristokratie) und verfügten über Grund und Boden.

Ein Mann und eine Frau als Patrizier

Unterrichtsmaterialien zu Plebejer und Patrizier – fĂĽr alle Lern-Niveaus

Patrizier im alten Rom

Die Patrizier Rechte und Pflichten waren natürlich unterschiedlich zu den der Plebejer: Das Magistrat und der Senat sind hier die entscheidenden Begriffe, wenn ihr etwas über die Art und Weise wissen wollt, wie politische Aufgaben in Rom verteilt wurden. Das Magistrat waren all diejenigen Männer, die zur Regierung gehörten und von der Volksversammlung gewählt wurden. Zum Senat gehörten alle ehemaligen Beamten, die nach ihrer Amtszeit einen Sitz im Senat auf Lebenszeit einnahmen. Diese Männer waren staatliche Beamte, nur mit unterschiedlichen Machtbefugnissen. Ein Beamter konnte man nur werden, wenn man ein Patrizier, als aus der Aristokratie stammte.

Patrizier im Mittelalter

Die Patrizier Rechte und Pflichten im Mittelalter waren ähnlich wie die Rechte und Pflichten im antiken Rom. Im Mittelalter nannte man die Oberschicht der Stadt Patriziat.

Die Aufgabe der Patrizier war die Verwaltung der mittelalterlichen Städte. Denn die Stadt wurde durch die Oberschicht selbst verwaltet. Das heißt, es wurden ein Bürgermeister und ein Stadtrat eingesetzt, die viele Aufgaben hatten. Der Stadtrat und der Bürgermeister stammten aus dem Patriziat.

Die Aufgaben des Stadtrates und des BĂĽrgermeisters:

  • Ăśberwachung der Märkte. Das heiĂźt, Gewichte und Waagen wurden kontrolliert, damit auch keiner schummelte oder niemand Geld fälschte.
  • Kontrolle der Stadtmauer war wichtig, damit sie im Fall eines Angriffs stabil war.
  • Der Rat und der BĂĽrgermeister durften Erbschafts- und Nachbarschaftsstreitigkeiten nach dem Stadtrecht regeln.
  • Die Blutsgerichtsbarkeit, also Folter oder Todesstrafe, durfte
    nur der Landesherr verhängen

Plebejer

Die Bedeutung des Wortes „Plebejer“ ist Volk. Die Römische Gesellschaft war in ihren Anfängen in Patrizier, Plebejer und Sklaven unterteilt. Viel später kamen noch die Gruppen Nobilität und freie Sklaven hinzu.

Wer sind die Plebejer?

Ein sozialer Rang in der antiken römischen Gesellschaft.

Plebejer im alten Rom

Die Plebejer Rechte und Pflichten waren hauptsächlich die Nahrungsmittel anzubauen, denn die Plebejer waren das Volk, und das Volk bestand aus freien Bauern, Handwerkern, Tagelöhnern, später auch aus Berufssoldaten.

Die Aufgabe eines männlichen Plebejers war es, an den Volksversammlungen teilzunehmen. Das Volk – bestehend aus Patriziern und Plebejern – versammelte sich einmal im Jahr: Das nannte man auch die Volksversammlung.

Eine Frau und ein Mann als Plebejer

Plebejer und Patrizier im Unterricht? Einfaches Unterrichtsmaterial fĂĽr die Klassen 5-8

Auf zwei Ehrenplätzen nahmen die beiden regierenden Konsuln Platz, die das Volk einberufen hatte. Die Konsuln waren oberste Kriegsführer sowie die Richter und die Repräsentanten Roms. Im Krieg wurde der Oberbefehl über die Soldaten regelmäßig unter ihnen getauscht, und sollte doch mal eine große Krise über die Stadt hereinbrechen, wurde ein Diktator (Alleinherrscher) für maximal sechs Monate bestimmt. Die Konsuln wurden zum Versammlungsort durch die 12 Liktoren (Amtsdiener, Leibwachen) geleitet, die ein Rutenbündel trugen. Die Liktoren waren so eine Art Leibwache für die Konsuln. Man nimmt an, dass dieser Brauch von den Etruskern übernommen worden war.

Bevor die Versammlung eröffnet wurde. bestätigte einer der Konsuln, dass der Priester, der als Opferkönig (rex sacrorum) eingesetzt wurde, die Götter durch Opfergaben gnädig gestimmt hatte.

Plebejer im Mittelalter

Der Begriff „Plebejer“ wird hauptsächlich mit dem antiken Rom in Verbindung gebracht. Das Wort Pöbel wurde im Mittelalter und bis in die Neuzeit von der herrschenden Oberschicht gerne benutzt, um deutlich zu machen, dass man von höherem Rang war. Dieses Wort beschreibt unkultivierte, ungebildete Menschen, die aus der Unterschicht der Gesellschaft stammen.

Ständekämpfe der Patrizier und Plebejer

Die Plebejer proben den Aufstand, weil sie es leid waren, nur als Bürger zweiter Klasse angesehen zu werden. Sie wollten mehr Rechte, also mehr politische Beteiligung. Wir haben schon festgestellt, dass die Römer eine Republik als politische Ordnungsstruktur hatten. Ob diese Ordnung gerecht war oder nicht, haben wir an dieser Stelle nicht zu beurteilen. Dennoch könnt ihr euch sicherlich vorstellen, dass die Plebejer (Volk) zwar freie Bürger waren. aber nicht die vollen Bürgerrechte (Zugang zu den Ämtern) wie die Patrizier hatten. Das allein muss bestimmt schon zu Neid geführt haben, aber es gab noch eine Belastung, die das Volk tragen musste: den Kriegsdienst. Als wehrpflichtig galt jeder freie Mann, der Grund und Boden besaß. Es war üblich. dass jeder Mann seine Kriegsausrüstung selbst mitbringen musste. Zur Ausrüstung gehörten ein Brustpanzer, ein Schwertgurt und ein Helm, dazu Schild und Stoßlanze. Die reichsten Bürger konnten sich dazu ein Pferd und ein Schwert leisten, während der arme Bauer zu den Fußsoldaten gehörte und nur einen Speer und eine Steinschleuder besaß.

Es gab noch ein weiteres Problem für die Bauern und Handwerker: Wenn sie in den Krieg mussten, fehlten sie als Ernährer für ihre Familie. Die Familien nahmen häufig Geldschulden auf, um die Abwesenheit des Vaters und der Söhne während des Krieges zu überbrücken. Wenn die Geldschulden aber nach dem Krieg nicht zurückgezahlt werden konnten, musste die Familie ihre Schulden abarbeiten. Im schlimmsten Fall konnte die gesamte Familie in die Schuldsklaverei verkauft werden.

Die Forderungen der Plebejer an die Patrizier war deshalb, die gleichen politischen Rechte wie die Patrizier und an der Regierung Roms teilzuhaben. Ein Ständekampf um politische und soziale Gleichberechtigung begann.

Versammlung der Plebejer

Die Plebejer machten nun ihre eigene Volksversammlung (concilium plebis) und fassten ihre eigenen Entschlüsse. Da Rom groß war, gab es mehrere lokale Volksversammlungen an verschiedenen Orten. Darüber hinaus wählten die Plebejer eigene Ädile (Polizei), die marktpolizeiliche Aufgaben und religiöse Riten übernahmen.

Die Tribune (Volkstribune) standen unter dem Schutz der vom Volk verehrten Göttin Ceres. Wenn sich also ein Staatsbeamter an einem der Tribune vergreifen wollte, wäre dieser verflucht worden und alle Plebejer hätten dem Tribun zur Hilfe eilen müssen, damit der Fluch auch Wirkung zeigen konnte. Die Volkstribune galten somit als heilige Männer .

Wie verlief das praktisch? Wenn ein Tribun in Gefahr war, festgenommen zu werden, dann stellten sich die anderen Plebejer vor ihm. Da der Tribun heilig war, wären sie berechtigt gewesen, die Staatsbeamten abzuwehren, vielleicht auch zu töten. Das lässt erkennen, wie eng verzahnt der Glaube mit dem Alltagsleben war. Als weitere Maßnahme, um auf die Patrizier Druck auszuüben, streikte das Volk oft und legte seine Arbeit nieder, so konnten keine Bauten vollendet oder Nahrungsmittel angebaut werden.

Haben die Patrizier sich das gefallen lassen? Stellt euch vor, eure Stadt wĂĽrde sich von der Bundesregierung lossagen und ihre eigene politische Ordnung ins Leben rufen. Die Plebejer (Volk) organisierten sich politisch neu und wandten sich gegen die etablierte Staatsmacht. FĂĽr die Patrizier waren alle BeschlĂĽsse und die Gesetzgebung der plebejischen Volksversammlungen null und nichtig. Sie erkannten sie nicht an, doch die ewigen Streiks belasteten bald auch die Patrizier, denn man sah ein, dass die Stadt Rom nur gemeinsam stark sein konnte.

Die erste Phase der Versöhnung: In der ersten Phase der Versöhnung zwischen Patriziern und Plebejern erlangten die Männer des Volks das offizielle Recht, eigene Volksvertreter und Ädile zu wählen. Man datiert diese Phase in die Mitte des 5. Jahrhunderts v. Chr. Die Volkstribune waren an der Wahl der höchsten Magistrate (Konsuln) beteiligt, die gleichzeitig den obersten Feldherrn stellten. Dadurch hatte das Volk einen Einfluss darauf, wer im Kriegsfall die Soldaten befehligte, denn die Belastung durch den Kriegsdienst war ein Hauptproblem zwischen Plebejern und Patriziern gewesen.

Die Volkstribune erhielten ein Veto-Recht (Widerspruchsrecht). Wenn der Senat tagte, durfte einer der Volksvertreter auf einem einfachen Hocker aus Holz in einer Ecke Platz nehmen und „Veto” hineinrufen, wenn er mit einem Beschluss nicht zufrieden war. Die Senatssitzung musste dann aufgrund des Vetos unterbrochen werden.

FAQ

Patrizier (Aristokratie, herrschende Klasse) und Plebejer (Volk) gehörten zur Gesellschaft des antiken Roms.

Patrizier wurde man nur durch die Geburt.

Patrizier bedeutet Aristokratie, also gehörte man zur herrschenden Klasse im antiken Rom und besaß die vollen Bürgerrechte.

Die Plebejer waren meist freie Bauern, Handwerker und Tagelöhner, die in einfachen Häusern wohnten. Sie besaßen Tiere, die in Stallungen untergebracht waren.

Die Plebejer wählten nicht direkt, sondern waren ein Teil der jährlichen Volksversammlung und stimmten beispielsweise Gesetzesvorlagen des Senates zu. Später stellten die Plebejer auch eigene Volkstribune (Abgesandte) im Senat.

plee·bee·yer

pa·trii·tsiir

Ab 287 v. Chr. gab es offiziell einen Amtsadel (Nobilität). Diesen Titel konnten Patrizier und Plebejer gleichermaßen tragen. Man kann sagen, dass der Amtsadel dazu da war, das Volk sozial abzusichern. Somit waren Amtsträger aus dem Volk natürlich beliebte und geachtete Männer.

Die Patrizier hatten die vollen Bürgerrechte und waren demnach Amtsträger im Römischen Senat oder Magistrat. Sie waren natürlich auch Teil der jährlich stattfindenden Volksversammlung, die vom Konsul einberufen wurde.

Die Volksversammlung wurde ab ca. 550 v. Chr. neu organisiert. Jetzt gliederte sich die Volksversammlung wie folgt:

Die Comitia centuriata (Gehaltsklassen) bezogen sich jetzt auf militärische Ränge:

  • Reiter,
  • FuĂźsoldaten,
  • und Leichtbewaffnete,
  • sowie Handwerker.

Die Grundlage, wie die Gehaltsklassen bewertet wurden, bezog sich jetzt also auf den Soldatenrang im Heer. So galt jetzt auch als vermögend, wer eigenen Grund und Boden hatte. Vorher galt der Ertrag, den man im Jahr erwirtschaften konnte, als das Vermögen. So hatte selbst der Fußsoldat, der beispielsweise einen kleineren Hof besaß, mehr Stimmrechte. Somit bekamen Männer aus dem Volk mehr Stimmrechte als vorher. Damit galt Roms neue politische Ordnung als modern und fortschrittlich.

Ăśber die Autorin

Mein Name ist Astrid Kronsbein, 44 Jahre, leidenschaftliche Pädagogin, Didaktikerin, Tänzerin, Visiönärin der History Voices Playbooks sowie Unternehmerin.“

Autorin: Astrid Kronsbein, CEO von History Voices®
Artikel veröffentlicht am: 03.11.2022

Bild zeigt Astrid Kronsbein
Lautsprecher Icon fĂĽr aktuelle News

Aktuelle News & Fachartikel
Weitere spannende Fachbeiträge und aktuelle News erwarten Sie auf unserer News-Seite. Gerne halten wir Sie auf dem Laufenden.