Leben im alten Rom

Das Leben im alten Rom ist Thema im Geschichtsunterricht der Klassen 5, 6 oder 7. Wenn wir über das Leben der alten Römer sprechen, müssen wir uns immer anschauen, über welchen genauen Zeitraum wir sprechen. Die Geschichte der römischen Antike verlief nämlich über mehr als 1000 Jahren. So sah der Alltag in der Frühzeit Roms anders aus, als in der Spätantike. Das Leben in der Antike änderte sich mit der Zeit immer mehr.

Wir bieten eine kinderleichte Zusammenfassung an – gerne könnt ihr auch direkt zum gewünschten Themenpunkt springen:

Wie die Römer wohnten | Ein typischer Tagesablauf | Berufe | Familienleben | Die Rolle des Mannes | Die Roller der Frau | Kinder im alten Rom | Aussehen und Kleidung | Wichtigste Götter | Wichtige Gebäude | Karte vom alten Rom

Eine Skizze vom Kolosseum in weisser Farbe.

Wie wohnten die Römer?

Die Art und Weise, wie und wo man im alten Rom lebte, hängte maßgeblich von den wirtschaftlichen Verhältnissen ab, also ob man reich oder arm war. So wohnte bspw. eine wohlhabende Familie in einer Villa, auch Domus genannt. Die Architektur bzw. die Bauweise einer Villa (Domus) war in einer rechteckigen Form. Den zentralen Punkt bildete hierbei ein Innenhof, das sogenannte Atrium. Im Atrium befand sich unter anderem das Impluvium – ein rechteckiges Wasserbecken, welches Regenwasser auffing, um die Räume zu klimatisieren und das Wasser anderweitig im alltäglichen Haushalt zu nutzen. Um den Innenhof herum verteilten sich Schlaf- und Wohnräume sowie das Esszimmer. Je nachdem, wie wohlhabend ein Römer war, verfügte er auch über weitere Nutzräume wie eine Bibliothek oder einen Empfangsraum.

Atrium

Die ärmere Bevölkerung, die den größten Anteil ausmachte, lebte jedoch in Mietshäusern – auch Insula genannt. Eine Insula war ein mehrstöckiges Haus, welches aus vielen kleinen Wohnungen bestand. Die unterste Etage, also das Erdgeschoss, bestand überwiegend aus Geschäften, in denen Waren verkauft wurden. Die Qualität der Wohnblöcke war insgesamt jedoch sehr schlecht, weswegen es oftmals zu Einstürzen oder gar zu Bränden kam. Die Brände waren sicherlich auch der Kochweise zu schulden, da die alten Römer mit kleinen offenen Öfen kochten. Im Vergleich zu heute, gab es damals kein fließendes Wasser aus dem Wasserhahn. So mussten die alten Römer das Wasser mit Eimern jeweils in ihre Wohnung tragen. Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, dass es vor allem für die Bewohner in den obersten Etagen sehr mühevoll und anstrengend gewesen sein muss. Im Vergleich: Der wohlhabende Römer hingegen konnte sein Wasser nach Bedarf von seinem Innenhof “abholen”. In den Wintermonaten muss es für die Menschen besonders schwierig gewesen sein, da die Wohnungen über keine Fenster verfügten, sondern lediglich Gitter.

Eimer zur Befoerderung von Wasser in die Insula.

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Tagesablauf im alten Rom

Wie der vorangegangene Abschnitt bereits aufzeigt, war die Lebensweise eines Römers maßgeblich davon abhängig, ob er reich oder arm war.

Ein Tag im alten Athen

In der Antike gingen die Menschen überwiegend einer geregelten Arbeit nach, um ihren Lebensunterhalt finanzieren zu können. Im Großen und Ganzen sah der Tagesablauf eines alten Römers wie folgt und grob zusammengefasst aus: Arbeit, Familienleben sowie das Ausüben der Religion.

Berufe

Aus dem alten Rom sind – aus heutiger Sicht – viele skurrile Berufe bekannt, wie z.B. der Vorkoster oder der Nomenclator. Der Vorkoster hatte bspw. die Aufgabe, die angerichteten Mahlzeiten und Getränke vorab zu probieren, um sicherzustellen, dass diese nicht vergiftet waren, bevor sie dem Kaiser überreicht wurden. Der Nomenclator wiederum merkte sich die Namen von den Klienten seines Herrn, um diese dann zu bestimmten Veranstaltungen und Anlässen seinem Herrn zuzuflüstern. Er funktionierte also als eine Art menschliche Datenbank, der auf Abruf die notwendigen Informationen seinem Herrn übergab.

Da die Agrarwirtschaft eine zentrale Rolle im alten Rom einnahm, waren die Berufe Bauer, Müller und Bäcker sicherlich die geläufigsten.

Weitere Beispiele für angesehene oder weniger angesehene Berufe verteilten sich auf folgende Funktionen: Mediziner/ Arzt, Lehrer, Händler, Friseur, Schmied, Wagenbauer, Zimmermann, Metzger.

Familienleben im alten Rom

Das damalige Familienkonzept sah den Ehemann/ Vater als das Familienoberhaupt vor, der das “das Sagen” hatte. Er traf eigenständig alle grundlegenden Entscheidungen für seine gesamte Familie. So konnte er bspw. die Vaterschaft seiner Kinder anzweifeln oder sie sogar als Sklaven verkaufen. Er entschied darüber, ob seine Kinder unterrichtet werden dürfen oder wen sie später einmal heiraten würden. Im Gegensatz zu den Ehefrauen, hatten die Männer ein Wahlrecht. Auch wenn sich einige dieser grausamen Rechte mit der Zeit immer mehr aufgelockert hatten, nahm die Bedeutung der Rolle eines Mannes als Familienoberhaupt nicht ab.

Die Rolle des Mannes

Der Mann war als Familienoberhaupt für den Fortbestand und die wirtschaftliche Versorgung seiner Familie verantwortlich, denn Arbeit war “Männersache”. Es ist jedoch bekannt, dass in der späten Antike auch immer mehr Frauen Arbeitstätigkeiten aufnahmen.
Die Gesellschaft erwartete von einem “guten Bürger”, dass er sich nach Kräften und Ermessen für die Gesellschaft, seine Mitbewohner und seine Stadt engagierte.

Roemische Frau und Roemischer Mann unterhalten sich.

Die Rolle der Frau in der römischen Antike

Das Idealbild einer Frau in der römischen Antike war die sogenannte mater familias. Das bedeutet, dass ihre Hauptaufgabe darin bestand, gesunde Kinder zu gebären und sie zu erziehen. Aus diesem Grund heirateten sie bereits in einem sehr jungen Alter, oftmals auch in der Pubertät. Eine Frau war ihrem Mann untergeordnet, hatte also vor allem in der frühen Antike keine sonderlichen Rechte, wie wir sie heute in Deutschland kennen. Eine männliche Figur war stets ihr Vormund (vor der Eheschließung bspw. ihr Vater und nach der Eheschließung ihr Ehemann). Trotzdem hatte eine Frau im alten Rom tatsächlich noch „mehr Freiheiten” als im Vergleich zu den anderen antiken Staaten.

Insgesamt galt die Frau als die “Herrin im Hause”, nahm einzelne Aufgaben im Haushalt wahr, wie z.B. das Nähen von Kleidung. Die Frauen hatten auch die Aufsicht der Haussklaven. So übertrugen sie unbeliebte Hausarbeiten – wie Putzen oder den Haushaltseinkauf – an ihren Haussklaven. Auch hier gab – in Abhängigkeit des Wohlstandes – deutliche Unterschiede im Alltagsleben einer Frau im alten Rom: So hatten ärmere Familien keine Haussklaven und demnach haben die Frauen alle Arbeiten im Haushalt übernehmen müssen. Es ist auch bekannt, dass Frauen aus wohlhabenden und angesehenen Kreisen sogar studierten. Einige Überlieferungen zeigen auf, dass Frauen in der späten Antike Berufe wie Weberin, Apothekerin, Hebamme und Ärztin erlernten und ausübten. Politische Ämter jedoch durften sie nicht übernehmen.

Um ihrer Rolle als mater familias gerecht zu werden, lehrte man den Mädchen bereits im jungen Alter die Hausarbeiten, um sie auf ihr späteres Leben als Mutter und Ehefrau vorzubereiten. Überwiegend entschied der Vater, wen seine Tochter zu heiraten hatte. Die jungen Frauen hatten hier keine Mitentscheidungsrechte. Bei der Wahl des Bräutigams, hatten die Väter stets politische und wirtschaftliche Interessen und Vorteile im Blick.

Römische Frauen durften am öffentlichen Leben teilnehmen (ins Theater gehen, öffentliche Festlichkeiten besuchen, Spiele besuchen). Mit der Zeit, so um die Spätantike, kamen vereinzelte weitere Rechte hinzu, wie bspw. das Recht auf Scheidung.

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Das Leben der Kinder im alten Rom

Auch das Leben der Kinder war maßgeblich davon bestimmt, ob sie aus einer reichen oder armen Familie entsprangen. Grundsätzlich wurden aber Mädchen und Jungen unterschiedlich behandelt. Die Kinder im alten Rom spielten mit Holzspielzeugen und Stoffpuppen. Auch gab es bereits diverse Arten von Brettspielen.

Ab ca. 7 Jahren begann für die Kinder die Schulzeit. Doch nicht jedes Kind besuchte die Schule. Nur reiche Familien konnten es sich leisten, ihre Kinder in die Schule zu schicken. Und sehr reiche Familien engagierten sogar Privatlehrer zuhause. Bildung war also nicht selbstverständlich, sondern eine Frage des Reichtums.

Während die Jungen mit 14 als “erwachsen” galten und all ihre Spielzeuge abgeben mussten, galten ein Mädchen erst mit ihrer Hochzeit, also ab dem Zeitpunkt an dem sie zur Ehefrau wurde, als eine Erwachsene.

Um die Mädchen auf ihre spätere Rolle als Ehefrau und Mutter vorzubereiten, war es vor allem ärmeren Familien wichtiger, dass sie mit den Hausarbeiten vertraut waren, als die Schule zu besuchen. Früh mussten sie z.B. das Spinnen und Weben erlernen, um Kleidung anzufertigen. Bereits ab einem Alter von sieben Jahren durften Mädchen verlobt werden. Einige Mädchen wurden bereits mit zwölf Jahren verheiratet.

Vier Elemente die typisch fuer das Kinderleben waren: Garn zum Weben und Spinnen. Wuerfel fuer das Brettspiel. Tinte und Feder. Papyrus Rolle.

Aussehen und Kleidung der Römer

Vorab: Kinder trugen ähnliche Kleidung wie Erwachsene und Hosen waren ein No-Go!

Das übliche Kleidungsstück war eine Tunika. Bei Männern war die Tunika bis zum Knie lang und bei Frauen bis zum Knöchel. Festgebunden wurde sie mit einem Gürtel um die Hüfte.

Vornehme Männer trugen zusätzlich noch eine Toga um ihre Tunika. Eine Toga war ein sehr großes weißes Stofftuch, welches um den Körper gewickelt wurde.

Frauen trugen über ihre Tunika ein weiteres Kleid, auch Stola genannt. Oftmals trugen sie hierüber noch einen weiteren Umhang, auch Palla genannt. Die Palla zog eine römische Frau auch leicht über ihren Kopf, denn es galt als nicht tugendhaft, ohne Kopfbedeckung das Haus zu verlassen.

Das Schuhwerk bestand oftmals aus Leder. Die alten Römer trugen einfache Sandalen oder geschlossene Schuhe.

Roemischer Mann angekleidet mit Tunika und Toga.

Glaube und Religion

Insgesamt nahm der Glaube und die Religion eine zentrale Rolle im Leben eines Römers ein. Die Römer glaubten nicht an einen Gott, sondern an viele Götter, die jeweils einen eigenen Aufgabenbereich bzw. Zuständigkeit hatten. D.h. wenn es um Familienangelegenheiten ging, beteten sie zur Göttin Juno, der Familien-Göttin.

Abbildung der Goettin Juno und dem Gott Jupiter.

Wichtige Götter im alten Athen

Anbei eine Liste der wichtigsten Götter für die Römer:

  • Jupiter: Oberste Gottheit / Himmelsvater (Beherrscher des Himmels, Donner und Blitz)
  • Juno: Die Göttin für Familie (Hochzeit, Geburt, Kinder)
  • Venus: Göttin der Liebe (Liebe, Verführung, Schönheit)
  • Mars: Gott des Krieges (Krieg und Militär)
  • Neptun: Gott der Meere (Pferde, Fahrten mit dem Schiff)

Berühmte Gebäude im alten Rom

Anbei eine Liste wichtiger Gebäuden im alten Rom:

  • Palatin (eine der sieben Hügel im alten Rom)
  • Kolosseum (Rundtheater)
  • Forum Romanum (Römischer Marktplatz)
  • Vestatempel (Tempel und zentrales Heiligtum)
  • Triumphbögen (Bauwerk zu Ehren vom Kaiser und Feldherren)
  • Kapitol (auch Kapitolshügel, einer der sieben Hügel)
  • Pantheon (ein auf dem Marsfeld erbauter Tempel)

Karte vom antiken Rom

Landeskarte ca. 750 – 500 vor Christus

Landeskarte vom alten Rom can. 750 bis 500 vor Christus

Über die Autorin

Mein Name ist Astrid Kronsbein, 44 Jahre, leidenschaftliche Pädagogin, Didaktikerin, Tänzerin, Visiönärin der History Voices Playbooks sowie Unternehmerin.“

Autorin: Astrid Kronsbein, CEO von History Voices®
Artikel veröffentlicht am: 29.11.2022

Bild zeigt Astrid Kronsbein
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