Die Epoche der Renaissance

Der Begriff Renaissance kommt aus dem Französischen und bedeutet im Deutschen übersetzt: “Die Wiedergeburt”. Mit Wiedergeburt ist hier die Wiederentdeckung der antiken Kultur gemeint, sowie eine Neubewertung der menschlichen Werte und Fähigkeiten. Also, was ist gottgegeben oder kann der Mensch durch Verstand und Vernunft sein Schicksal selbst bestimmen. Während dieser Kulturepoche entstanden zahlreiche bedeutende Kunstwerke und literarische Werke, die noch heute bekannt sind, und es gab auch bedeutende Fortschritte in Wissenschaft und Technik. In unserem News-Beitrag fassen wir sehr einfach und kinderleicht alles Wissenswerte über Renaissance zusammen. Springt gerne zum gewünschten Themenpunkt:

Ein Mann aus der Renaissance mit einem Hut.

Wann war die Renaissance

Die Renaissance fand im Zeitraum vom 14. bis zum 16. Jahrhundert in Europa statt.

Merkmale

Bezeichnende Merkmale der Renaissance

  • Rückwendung auf die Antike: In der Renaissance wurden die Ideen und Werte der Antike wieder “neu entdeckt” und geachtet, was zu neuen Kunststilen und Kunstbewegungen führte.
  • Kultivierte, künstlerische und wissenschaftliche Fortschritte: In der Renaissance gab es viele intellektuelle und künstlerische Fortentwicklungen, wie bspw. die Kopernikanische Wende, die Erfindung des Buchdrucks, Verbesserung von Instrumenten (z.B. Thermometer, Teleskop, Barometer)
  • Die Schriften der griechischen Philosophen Platon, Aristoteles usw. wurden in gebildeteten Kreisen studiert und diskutiert. Der Philosoph Renè Descartes sagte einmal: „Ich denke, also bin ich“. Er stellte damit sein ‚ICH‘ in den Mittelpunkt seines Denkens. Sein Gedankenexperiment war wie folgt: „Ich kann alles was mir begegnet anzweifeln, dass es das gibt, aber eines kann ich nicht anzweifeln, und zwar, dass ich denke. Folglich bin ich, weil ich denke.“ Das war ein sehr bedeutender Gedanke, denn in Europa herrschte das strenge Gesetz der Kirche, das besagte, dass das Leben und das Schicksal von Gott bestimmt wird. Descartes begründete also damit eine neue Denkweise, die von weiteren Philosophen seiner Zeit und später aufgenommen und weitergedacht wurde.

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Kunst

In der Renaissance hat man neue künstlerische Techniken und Stile angewendet. Vor allem aber wurden die Ideen und Werte der Antike wieder neu aufgeblüht. Zu den bedeutendsten Kunstwerken und Kunstbewegungen aus der Epoche der Renaissance gehören u.a. Künstler wie Michelangelo, da Vinci, Jan van Eyck oder El Greco. Die Renaissance-Kunst war geprägt von realistischen Darstellungen von Formen und Bewegungen.

Ein Kunstgemaelde aus der Renaissance

Architektur

Einige wichtige Bauwerke, die in der Epoche der Renaissance entstanden sind

  • Die Palazzo della Signoria in Florenz (früher Palazzo Vecchio): Der Palazzo della Signoria wurde als Regierungssitz genutzt und im 14. Jahrhundert fertiggestellt.
  • Die Kuppel der Kathedrale Santa Maria del Fiore in Florenz, die im 15. Jahrhundert erbaut wurde.
  • Die Kirche Santa Maria di Loreto in Rom, welche im 16. Jahrhundert erbaut wurde.
  • Der Louvre in Paris: Ein berühmtes Kunstmuseum, welches im 16. Jahrhundert erbaut wurde.
  • Der Escorial in Madrid: Der Escorial ist ein Kloster und Palast in Madrid, welcher  im 16. Jahrhundert erbaut wurde.
  • Der Petersdom in Rom: Der Petersdom ist eine Kirche, die im 16. Jahrhundert erbaut wurde.

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Musik

Das Interesse an der Antike fand sich auch in der Musik wieder. Klare Kompositionen und volle Klänge wurden bevorzugt.

Einige bedeutende und prägende musikalische Stile in der Renaissance

  • Madrigale: Madrigale waren Musikstücke, die für mehrere Sänger komponiert wurden und weltliche Texte beinhalteten. Sie konnten für mehrere Instrumente gespielt werden und waren aufgrund der Mehrstimmigkeit schwer zu verstehen.
  • Lautenmusik: Die Lautenmusik war sehr beliebt und wurde allen voran auf der Laute (Saiteninstrument) gespielt.
    Oper: Die Oper – eine Form der “Gesangsdarstellung” beinhaltete vor allem dramatische Themen mit instrumentaler Untermalung.
  • Kirchenlieder: Die Kirchenlieder waren wichtig für die Reformation. Im protestantischen Gottesdienst sollte die Gemeinde mehr mitsingen und deshalb wurden Kirchenlieder Teil der Gottesdienstordnung.
  • Motette: Motetten waren mehrschörige Kirchenlieder, die in der katholischen Kirche gespielt wurden und durch ihre komplizierte Mehrstimmigkeit auffielen.
Musiknoten in blauer Farbe.

Erfindungen

Einige bedeutende Erfindungen innerhalb der Renaissance

  • Der Buchdruck: Die Erfindung des Buchdrucks im 15. Jahrhundert war ein großer Durchbruch für die Verbreitung von Wissen. Mit der Idee von Johannes Gutenberg, austauschbare Druckbuchstaben zu verwenden, sowie die Konstruktion einer Druckerpresse, konnten Texte zum ersten Mal in großen Mengen und zu günstigen Preisen hergestellt werden. Vorher wurden Texte noch mühsam von Hand auf wertvolles Papyrus geschrieben.
  • Das Barometer: Evangelista Torricelli (Physiker und Mathematiker) hat im 17. Jahrhundert den Barometer erfunden. Ein Barometer misst den Luftdruck.
  • Das Thermometer: Im 17. Jahrhundert haben Galileo Galilei und Santorio Santorio das Thermometer erfunden. Galileo Galilei hat das erste Konzept für ein Thermometer entwickelt und Santorio Santorio hat das erste Thermometer mit Quecksilber gemacht, das in der Medizin zur Temperaturmessung verwendet wurde. Mit dem Thermometer misst man die Temperatur. Es gibt zwei Werte, wie man die Temperatur messen kann: in Grad Celisus oder in Kelvin.
  • Das Teleskop: Die ersten Teleskope waren Rohre mit Linsen, die man benutzte, um in die Ferne zu sehen. Das erste Teleskop wurde 1608 von Galileo Galilei erfunden und später von ihm weiterentwickelt.

Renaissance und Humanismus

Der Humanismus ist eine geistige Strömung, die während der Renaissance in Europa aufkam. Sie betonte die Würde und den Wert des Menschen und stellte ihn im Zentrum ihres Denkens und Handelns. Das Menschenbild in der Renaissance war geprägt von der Idee, dass der Mensch das Maß aller Dinge ist und dass er fähig ist, seine Umwelt zu verstehen und zu gestalten. Aber diese Idee entstammte aus der gebildeten Bevölkerung, die einen ganz kleinen Teil der Gesellschaft darstellten. Die Vorstellung, dass der Mensch im Mittelpunkt steht und seine Talente und Fähigkeiten entfalten kann, führte dazu, dass die Menschen während der Renaissance begannen, ihre Kreativität voll auszuschöpfen und sich selbstbewusster zu entwickeln. Daher verdanken wir viele Kunstwerke und Bauten der Renaissance. Der Humanismus ist erst eine Idee der modernen Zeit – auch Neuzeit genannt. Er entwickelte sich erst ab dem 17. Jahrhundert. Humanismus bedeutet menschliches DASEIN oder Menschlichkeit. 

Was gehört zum menschlichen DASEIN:

  • Dass er einen Verstand hat. Das bedeutet, dass der Mensch Erfahrungen macht, die ihm Wissen bringt.
  • Dass er über Vernunft verfügt. Das bedeutet, dass der Mensch aufgrund seiner Erfahrungen vernünftige Entscheidungen treffen kann.
  • Dass er kreativ sein kann. Das beudet, dass der Mensch schöpferisch tätig sein kann. Dazu gehören alle künstlerischen und handwerklichen Tätigkeiten.
  • Dass er logisch Denken kann. Also, der Mensch hat die Fägigkeit aus seinen Erfahrungen Zusammenhänge zu erkennen.

Aus diesen Überlegungen folgten die Idee der Menschen- und Bürgerrechte, die in Europa mit der Französischen Revolution eingefordert wurden.

Was sind die Menschen- und Bürgerrechte?

  • Der Mensch hat Rechte, weil er oder sie ein Mensch ist. Also, nur weil er zuerst ein Mensch ist, stehen im Rechte zu (das oberste Menschenrecht).
  • Der Mensch hat ein Recht auf Eigentum. Das war vor der Französischen Revolution nicht so (ein Bürgerrecht).
  • Der Mensch hat das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Auch das war in vielen Teilen Europas nicht selbstverständlich. Grundlose Festnahmen, qualvolle Haftbedingungen und Folterstrafen waren üblich (ein Bürgerrecht).
  • Der Mensch hat das Recht auf Selbstbestimmung. Also, der Mensch bestimmt über sein Leben. Will er oder sie heiraten, Karriere machen oder Künstler*in werden (ein Bürgerrecht).
  • Der Mensch hat das Recht auf polititsche Teilhabe (ein Bürgerrecht). Damit ist das Wahlrecht und der Zugang zu politischen Ämtern gemeint. Auch dieses Recht stand vorher nur Menschen aus der ersten oder zweiten Klasse zu, also Adlige oder Vertreter der Kirche.

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Ist die Renaissance eine Epoche?

Ja, die Renaissance ist eine historische Epoche, die sich in Europa vom 14. bis zum 16. Jahrhundert abgespielt hat. Die Renaissance ist als eine Zeit des Wandels und der Erneuerung bekannt und hat maßgeblich zur Entstehung der modernen Gesellschaft beigetragen.

Was wurde erneuert? Hier ein paar Punkte:

  • Der Mensch rückte in den Mittelpunkt philosophischer Überlegungen.
  • Dazu wurden die alten philosophischen Schriften griecher Philosophen studiert und diskutiert.
  • Künstler wie  bspw. Michelangelo wurden von reichen Leuten finanziert und schafften Kunstwerke, die Menschen heute noch faszinieren.
  • Der Buchdruck ließ Wissen schneller verbreiten.
  • Martin Luther schlug seine 95 Thesen an die Schlosskirche in Wittenberg. Er forderte die katholische Kirche dazu auf, gewisse Praktiken wie den Ablasshandel zu unterbinden. Der Ablasshandel war eine Handel mit Papieren. Der Gläubige kaufte für Geld ein Papier, auf diesem Papier stand dann, dass dem verstorbenen Verwandten alle Sünden vergeben sein und er in den Himmel kommt. Ihr könnt euch vorstellen, dass das ein riesiges Geschäft war, da die meisten Menschen kaum lesen, rechnen und schreiben konnten und Angst hatten in die Hölle zu kommen, wenn sie ein sündiges Leben führten.
  • Außerdem stellt Luther die Behauptung auf, dass der Mensch nicht unbedingt einen Priester braucht, um mit Gott in Verbindung zu treten. Also durch den Glauben gewinnt der Mensch das ewige Leben. Allein aus Gnade vergibt Gott den Menschen. Im Evangelium steht genau, was geglaubt werden soll. Das war eine absolute Frechheit in den Augen der Kirche und so kam es zur Spaltung der katholischen Kirche in katholisch und evangelisch. Das widerrum führte zu einem großen Glaubenskrieg, der 30 Jahre (1618-1648) dauern sollte und ca. 3 -6 Millionen Menschen das Leben kostete.
  • Da die Gottesdienst hauptsächlich in Latein abgehalten wurden, wussten die Menschen gar nicht wirklich, was in der Bibel stand. Sie konnten ja auch nicht Lesen oder Schreiben. Deshalb verfasst Luther die erste Bibel auf deutsch. Diese wurde dann, dank dem Buchdruck, tausende Male gedruckt und verteilt. Die Gottesdienst wurde in deutsch abgehalten. Diese Übersetzung diente auch als erstes ‚Wörterbuch‘, wie man Wörter richtig schreiben sollte.

Die Epoche vor Renaissance

Die Epoche vor der Renaissance wird als Mittelalter bezeichnet. Sie dauerte vom 5. bis zum 14. Jahrhundert und war von der Macht der katholischen Kirche und dem Feudalsystem geprägt. Das Mittelalter war geprägt durch Kriege, Hungersnöte und Seuchen. Obwohl es während des Mittelalters auch bedeutende kulturelle und wissenschaftliche Durchbrüche gab, war es im heutigen Vergleich betrachtet eine eher schwierige Zeit, die den Menschen viel abverlangte. Die Menschen wurden auch aufgrund dieser Umstände nicht sehr alt. Durchschnittlich wurde ein Mann 40 Jahre alt und eine Frau vielleicht nur 20 Jahre, wenn sie bei der Geburt des Kindes starb. Das war nicht selten. Deshalb gilt die Renaissance als eine Zeit des Fortschritts und der Erneuerung.

Die Epoche nach Renaissance

Die Epoche nach der Renaissance wird als Neuzeit bezeichnet. Sie begann in Europa im 16. Jahrhundert und setzt sich bis heute – in die Gegenwart – fort. Die Neuzeit ist gekennzeichnet durch relevante wissenschaftliche und technologische Fortschritte, die zu einer starken Industrialisierung und Modernisierung der Gesellschaft geführt haben. Es gab auch wichtige politische und soziale Veränderungen wie die Aufklärung, die Französische Revolution und Unabhängigkeitsbewegungen in den Kolonien. Die Neuzeit ist als eine Periode des Fortschritts und der Veränderung bekannt.

Über die Autorin

Mein Name ist Astrid Kronsbein, 44 Jahre, leidenschaftliche Pädagogin, Didaktikerin, Tänzerin, Visiönärin der History Voices Playbooks sowie Unternehmerin.“

Autorin: Astrid Kronsbein, CEO von History Voices®
Artikel veröffentlicht am: 02.01.2023

Bild zeigt Astrid Kronsbein
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